Heft 2/2015 erschienen

BUC_Bassarak_3014-8.indd

Die neue Ausgabe des Kölner Journals ist erschienen (Bestellung Nomos-Verlag).

Mit Beiträgen von:

Tim Eyßell: Europäisierung der Governance sozialer Dienste? Handlungsspielräume kommunaler Sozialpolitik im europäischen Binnenmarkt

Die Governance sozialer Dienste befindet sich im Wandel vom traditionellen Korporatismus zu Marktstrukturen, die einem Geltungsanspruch des europäischen Wettbewerbsrechts unterliegen. Insbesondere das EU-Vergaberecht bedroht den lokalen „Kungelkorporatismus“. Die Kommunen interpretieren die Anwendbarkeit des EU-Rechts entsprechend eigener Strategien, eine flächendeckende Europäisierung findet nicht statt. Zumeist gehen sie einen Weg, der Transparenz und Wettbewerb anstrebt, ohne über europaweite Ausschreibungen den regionalen, vernetzten Raum zu verlassen. Ausschreibungen und ähnliche Verfahren führen zur Stärkung der Steuerungsfähigkeit der kommunalen Verwaltung gegenüber den freien Trägern.

René Böhme: Kindertagesbetreuung und Armutsprävention: Kommunale Steuerungsmechanismen im Vergleich

Im Kontext der Diskussionen um Armutsprävention hat der Elementarbereich in den vergangenen Jahren eine Schlüsselfunktion erhalten. Die Ausgestaltung obliegt dabei überwiegend den Landkreisen und kreisfreien Städten. Dieser Beitrag analysiert am Beispiel der drei Großstädte Bremen, Dresden und Nürnberg die Umsetzung von Rahmenbedingungen der Armutsprävention in der Kindertagesbetreuung. Hierfür dienen aus der empirischen Bildungsforschung abgeleitete Handlungsfelder. Die aufgezeigten Differenzen in der kommunalen Praxis lassen sich dabei v. a. durch die Haushaltslage, institutionelle Faktoren sowie akteursbezogene Einflüsse erklären.

Reinhard Hoffmann/ Birgit Hilliger: Bildungslandschaften gestalten oder Anforderungen an ein Kooperationsmanagement von Schule und Jugendhilfe – ein institutionstheoretischer Blick auf die Praxis

Der Aufsatz betrachtet in einer institutionstheoretischen Perspektive die Differenzen in Funktion, Form und Leistungen von Jugendhilfe und schulischer Bildung. Die Unterschiede in den Logiken und Strukturen erweisen sich in der Entwicklung der Kooperation beider Institutionen als tendenzielle Bruchstellen. Die Verschränkung der unterschiedlichen Perspektiven erfordert ein strukturelles Lernen auf der Grundlage eines Kontext- und Reflexionsbewusstseins. Eine  sozialtheoretische Metaperspektive auf Lernen ist die Voraussetzung einer Neubestimmung eines gemeinsamen Funktionsverständnisses von Schule und sozialer Arbeit.

Werner Schönig: Koopkurrenz in der Sozialwirtschaft – Zur Gleichzeitigkeit von
Konkurrenz und Kooperation

Koopkurrenz ist die Gleichzeitigkeit von Kooperation und Konkurrenz, von Krieg und Frieden und Ergebnis eines dialektischen Prozesses, der institutionell eingebettet ist. Eine erfolgreiche Koopkurrenz ist dabei kein Selbstläufer, sondern erfordert von den Akteuren, jeweils Kooperation und Konkurrenz auszubalancieren und mögliche Loyalitätskonflikte nicht zu Handlungsblockaden werden zu lassen. Ist dies gewährleistet, so wird die Koopkurrenz ihre positiven Wirkungen auf Effizienz und Effektivität, auf Innovation und Kreativität entfalten.

Auch in der Sozialwirtschaft sind – gefördert von Sozialpolitik und Sozialverwaltung – zunehmend Koopkurrenzstrukturen zu erkennen. Um mit ihnen erfolgreich umzugehen, sollte zunächst der Widerspruch von Kooperation und Konkurrenz reflektiert werden. Hierfür bietet sich sowohl die statische als auch die dynamische Perspektive an. Letztere öffnet den Blick für ein dialektisches Verhältnis und einen Entwicklungsprozess, der zunehmend Koopkurrenzstrukturen hervorbringt. Jen Koopkurrenz ist dabei – insbesondere mit Blick auf die Sozialwirtschaft – eine Kombination positiver Erwartungen an Kooperation und Konkurrenz unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken. Weiteren Aufschluss bietet die Analyse von Wertenetzen zum einen in allgemeiner Betrachtung und zum anderen speziell für die Sozialwirtschaft.

Wolf Rainer Wendt: Das institutionelle Format der Sozialwirtschaft. Eine
institutionenökonomische Analyse
Institutionen ordnen und regeln, im Sinne der Neuen Institutionenökonomik betrachtet, ein ausgedehntes Leistungsgeschehen. Fassen wir unter den Begriff der Sozialwirtschaft das organisierte Geschehen der sozialen Versorgung, enthält er die Muster, in denen sie vollzogen wird. In dieser Hinsicht stellt die Sozialwirtschaft das institutionelle Arrangement der sozialen Versorgung dar. Im Folgenden sei untersucht, wozu die sozialwirtschaftliche Ordnung notwendig ist und welche Vorteile sie ökonomisch für die soziale Zweckerfüllung mit sich bringt. Die Absicht ist, analytisch zu erklären, wie sich wohlfahrtsdienliche Handlungen und Sozialunternehmen mit ihrer Regelhaftigkeit in den institutionellen Bezugsrahmen der Sozialwirtschaft fügen und wie somit das sozialwirtschaftliche Geschehen „regiert“ wird.

Kirsten Kemna: Kommunale Steuerungsinstrumente zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgungsinfrastruktur – Ergebnisse einer Fallstudie

Die Kreise stehen im Pflegebereich vor multiplen Herausforderungen, welche sich aus dem Wandel der Altersstruktur, steigenden Sozialhilfeausgaben, beschränkten gesetzlichen Einflussmöglichkeiten und der Verantwortung der sozialen Daseinsvorsorge ergeben. Der Hochsauerlandkreis hat mit dem Projekt ‚ambulant vor stationär‘ seinen Handlungskorridor erweitert und nimmt (wieder) Einfluss auf die Sicherstellung und Steuerung der pflegerischen Infrastruktur. Es wurde ein Netzwerk der Pflege implementiert, in dem die Kommune eine Koordinations- und Steuerungsfunktion übernimmt. Die vorgestellten Ergebnisse sind Teil einer Masterthesis, die die kommunalen Steuerungsmöglichkeiten im Bereich der Pflege unter Berücksichtigung einer Governance-Perspektive analysiert hat.

Call for Paper für das Heft 2-2015

Für die nächste Ausgabe des Kölner Journals 2/2015 freuen wir uns über die Einreichung von Beiträgen. Das Heft hat den Schwerpunkt „Steuerung in der Sozialwirtschaft“, aber auch Beiträge mit anderen Themenschwerpunkten im Bereich der Sozialwirtschaft/Sozialmanagement können eingereicht werden. Weitere Details und Informationen in der folgenden Datei:

Koelner Journal – Cfp 2-2015

KJSS-Autorenhinweise

Heft 1/2013 erschienen

Cover 1-2013

Die erste Ausgabe des Kölner Journal ist erschienen! In der ersten Ausgabe der Schriftenreihe geht es vor allem um den wissenschaftlichen Begriff und Gegenstandsbereich Sozialwirtschaft, grundlegende Begrifflichkeiten und deren Einordnung, die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, Alternativen für die Wirtschaft, Social Entrepreneurship und Nachhaltigkeit (Bestellung Nomos-Verlag).

Mit den folgenden Beiträgen:

Weiterlesen