Heft 1/2013 erschienen

Cover 1-2013

Die erste Ausgabe des Kölner Journal ist erschienen! In der ersten Ausgabe der Schriftenreihe geht es vor allem um den wissenschaftlichen Begriff und Gegenstandsbereich Sozialwirtschaft, grundlegende Begrifflichkeiten und deren Einordnung, die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, Alternativen für die Wirtschaft, Social Entrepreneurship und Nachhaltigkeit (Bestellung Nomos-Verlag).

Mit den folgenden Beiträgen:

Wolf Rainer Wendt: Sozialwirtschaft begreifen: Konstrukt der Theorie, der Politik und des Geschäfts

Der wissenschaftliche Begriff und Gegenstandsbereich Sozialwirtschaft umfasst mehr als die Unternehmen, die sich dieser Sphäre ökonomischer Betätigung zuordnen lassen. Sie wird in einer Arbeit am Begriff erhellt. Paradigmatisch behandelt die Theorie der Sozialwirtschaft den Einsatz und die Verwendung von Mitteln zum Unterhalt und zur Versorgung von Menschen mit sozialen, gesundheitsbezogenen und materiellen Gütern. In der Praxis sind daran verschiedene Leistungsträger, sich selbst versorgende Gemeinschaften, Dienste leistende Akteure, informell Mitwirkende und die Leistungsnehmer beteiligt. Sozialwirtschaft umgreift in diesem Beziehungsgeflecht Prozesse der Wohlfahrtsproduktion, soweit sie direkt in selbstsorgendem und fürsorglichem Handeln und in professioneller Versorgung erfolgt.

Armin Wöhrle: Mit welchen Begriffen des Managements argumentieren wir?
Ein Beitrag zur Klärung der Begriffe Management von Organisationen, die Dienstleistungen der Sozialen Arbeit erbringen, Sozialmanagement, Management in der Sozialwirtschaft und Management des Sozialen.

In diesem Beitrag wird versucht, grundlegende Begrifflichkeiten, die in der Diskussion über das Management in Verbindung mit der Sozialen Arbeit und den Organisationen, die Soziale Arbeit erbringen, eingeführt wurden, darauf hin zu über- prüfen, ob sie für die Diskussion brauchbar sind. Es werden ein halbes Duzend Begrifflichkeiten durchgesehen und am Ende haben vier Begriffe der kritischen Prüfung standgehalten und werden zu definieren gesucht.

Andrea Tabatt-Hirschfeldt: Abhandlung zu Public Management Schwerpunkt Public Governance

Ausgangspunkt des Beitrags sind parallele Entwicklungen zwischen sozialen Organisationen sowie der öffentlichen Kommunalverwaltung vor dem Hintergrund der Ökonomisierung Sozialer Arbeit. Durch das Aufzeigen von Entwicklungssträngen in Kommunalverwaltungen in Richtung Governance soll zum einen für sozialwirtschaftliche Organisationen die Entwicklung von Anschlussfähigkeiten ermöglicht werden. Dies ist auch im Sinne gemeinschaftlicher Abstimmungsprozesse der mixed economy of welfare zu sehen. Zum anderen soll eine Diskussion zwischen Sozialmanagement/Sozialwirtschaft und Public Management dahingehend ange- regt werden, ob die Disziplinen weiterhin getrennt oder künftig stärker vernetzt und verzahnt in Lehre und Forschung vertreten werden sollten.

Michael Brodowski: Gewinn als Lernanlass für Organisationen
Können gewinnorientierte Unternehmen von nicht- gewinnorientierten Unternehmen lernen?

Der Beitrag behandelt in erster Linie die Frage, ob gewinnorientierte Unternehmen etwas von nicht- gewinnorientierten Unternehmen lernen können und dadurch Alternativen zum bisherigen Wirtschaften greifbarer machen. Greifbarer in dem Sinne, als dass sie in den Handlungsfeldern nicht- gewinnorientierter Unternehmen ausprobiert und umgesetzt werden und zumindest dadurch eine Möglichkeiten zur Diskussion stellen, sich so aber auch anders zu entscheiden. Durch die Umsetzung werden die Modelle für die (Wirtschafts-)Akteure erst relevant. Auch wenn diese nicht gezielt danach suchen, können sie nicht darüber hinweg sehen, dass es Alternativen gibt. Denn die Organisationen, ob gewinnorientiert oder nicht, sind das Feld in denen sich zeigt, was zukunftsfähig ist und was nicht. „Was hier nicht entschieden werden kann, wird nirgendwo entschieden. Und was hier nicht aus- probiert werden kann, hat nur noch die Möglichkeit, im folgenlosen Gespräch unter den Leuten als bloße Möglichkeit beschworen zu werden“ (Beacker 1999, S. 9).

Sina Slottke: Social Entrepreneurship als Lösungsansatz sozialer Problemlagen? – Impulse zur Theorieentwicklung aus der Perspektive Sozialer Arbeit

Social Entrepreneurship als unternehmerischer Ansatz zur Lösung sozialer Pro- blemlagen erfährt in den vergangenen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit in Me- dien, Politik und Wissenschaft. Diffuse Begrifflichkeiten und kontextspezifische Besonderheiten generieren eine Projektionsfläche für eine Vielzahl an theoretischen Vorstellungen und praktischen Bestrebungen. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag Potentiale und Risiken des populären Phänomens unter besonderer Berücksichtigung des wohlfahrtsstaatlichen Kontextes der Bundesrepublik und zeigt Impulse zur Theorieentwicklung aus der Perspektive Sozialer Arbeit als Human Rights Profession auf.

Viviane Scherenberg Nachhaltigkeit in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft als Wettbewerbsfaktor und Basis für langfristigen Marketingerfolg

Dauerhafte Entwicklung muss die Bedürfnisse jetziger und zukünftiger Gegenwart befriedigen können. Der nachhaltige Umgang mit knappen Ressourcen stellt die Basis hierfür da. Auch wenn die demografiebedingte Höchstlast im Gesundheits- und Sozialwesen erst in zwei bis drei Jahrzehnten erwartet wird, so steht fest, dass der finanzielle Druck schon heute steigt. Zur Sicherstellung der Finanzierbarkeit sind Aspekte der sozialen Gerechtigkeit, Für- und Vorsorge, die zwangsläufig mit Nachhaltigkeit verbunden sind, wichtig. Die Leistungsqualität sollte immer auch daran gemessen werden, ob die Aufgaben in gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht (Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit) erfüllt werden.